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Kosten des Verfahrens

In Deutschland gilt die Rechtsanwaltsgebührenordnung. Etwas Ähnliches besteht in den Niederlanden nicht. Niederländische Anwälte arbeiten grundsätzlich auf Basis eines Stundentarifs. Anders als in Deutschland werden die Kosten somit nicht ausschließlich auf Basis des Streitwerts ermittelt. Der in Rechnung gestellte Stundentarif kann aber von der Art des Verfahrens, vom Streitwert oder von der erforderlichen Dringlichkeit abhängen.

Gerichtskosten

Die Gerichtsgebühren sind vom Umfang der Sache abhängig und im niederländischen Gesetz über Gerichtskosten in Zivilverfahren (Wet griffierechten burgerlijke zaken) festgelegt. Darin sind die Gerichtsgebühren für Verfahren mit einem Streitwert von bis zu 100.000 € enthalten. Für Verfahren mit einem Streitwert von mehr als 100.000 € gilt gemäß diesem Gesetz ein fester Betrag an Gerichtsgebühren.

Verurteilung zur Übernahme der Prozesskosten

In Zivilverfahren gibt es in den Niederlanden genauso wie in Deutschland eine Verurteilung zur Übernahme der Prozesskosten. Die vom Gericht verurteilte Partei wird angewiesen, die Prozesskosten der anderen Partei zu tragen. Es gibt aber einen sehr wesentlichen Unterschied. Die Verurteilung der anderen Partei zur Übernahme der Prozesskosten umfasst nämlich nicht alle Kosten, die der obsiegenden Partei für ihren Rechtsschutz entstanden sind. Die Kosten für den Rechtsschutz werden nämlich nicht anhand der tatsächlich verursachten Kosten festgestellt, sondern anhand des sogenannten Liquidationstarifs ermittelt. Bei diesem Tarif werden für in einem Verfahren erbrachte Handlungen Punkte vergeben und wird der Streitwert des Verfahrens berücksichtigt. Das Ergebnis der Punktevergabe ist fast immer niedriger als die tatsächlich entstandenen Kosten.